16 Nepal Teil 2

Hallo Ihr Lieben,

hier jetzt der zweite Teil der Bilder aus Nepal bis zur Grenze nach Indien.

Enjoy.

Love, Peace, Freedom and Rock ‚N‘ Roll, Mark

16 Nepal Teil 1

Hallo Ihr Lieben,

hier jetzt der erste Teil der Bilder aus Nepal bis Kathmandu.

Enjoy.

Love, Peace, Freedom and Rock ‚N‘ Roll, Mark

 

Bericht folgt, zunächst die vergangenen „Kurzmeldungen“:

13.08.17: Schiebe die Tourfortsetzung noch ein wenig auf. Kathmandu ist großartig und es ist Regenzeit gerade, da ist es wahrscheinlich nicht so prickelnd, Fahrrad zu fahren.
Aber es gibt auch eine ziemlich lange To-Do-Liste, in den letzten 15 Monaten hat sich Einiges angesammelt, habe aber echt noch Lust ein paar Sachen auch außerhalb von Kathmandu anzuschauen, habs ja nicht eilig…😊.

Was ist neu:

– Beitrag Nepal ist online

– Es gibt eine neue Rubrik „Presse“ im Hauptmenue mit drei neuen Artikeln, aktuell ist ein Beitrag unter Patria „News“ über die Tour erschienen.

– Plattfüße und Defekte unten auf dieser Seite sind aktualisiert.

– Seite „Ausrüstung“ im Hauptmenue ist aktualisiet.

31.7.17: Die Vorbereitungen zur Tourfortsetzung sind fast abgeschlossen, das Visum für Myanmar ist in der Tasche, Indien noch bis Ende Oktober gültig. Die Tage geht es weiter Richtung Osten 1.500 km durch Nepal, Nordost-Indien bis zum einzig geöffneten Grenzübergang nach Myanmar. Radkollege Benno ist zurück in Kathmandu, sind zusammen im selben Hostel. Er hat jedoch erstmal andere Pläne und wird dann einige Zeit später weiterfahren.

13.7.17: Nach 10 Tagen Vipassana-Meditation 10 km nördlich von Kathmandu in den Bergen bin ich wieder zurück in der Hauptstadt. Vipassana ist die reinste, ursprüngliche Meditationstechnik, die von Buddha vor 2.500 Jahren gelehrt wurde. 10 Tage Schweigen, viele Stunden Meditieren und keinen Blickkontakt zu den Teilnehmern ist eine sehr intensive Erfahrung. Besonders zu empfehlen.

Nun geht es an die Vorbereitung der Tourfortsetzung Richtung Myanmar, Visabeschaffung etc. Habe es damit jedoch nicht besonders eilig, die Zeit in Nepal ist einfach zu schön.

30.06.17: was ist neu: Die Übernachtungsbilder ab 19.5.17 sind aktualisiert.

25.6.17: Bin seit drei Tagen zurück vom Everest.

26 Tage in den Bergen, 245 km, 21 Wander-, 2 Ruhetage, und 3 Tage Klosterfest in Thame. Zwei Passpüberquerungen (Renjo La 5418 m, Cho La 5420 m), insgesamt 8 Mal über 5300 m und letztendlich freier Blick auf den 12 km entfernten Everestgipfel vom Aussichtspunkt Kala Patthar auf 5648 m. Hatte eine großartige Zeit und Erfahrung.

Um zum Everest zu kommen, fliegen die meisten Trekker in 30 Minuten von Kathmandu nach Lukla. Ich fahre 12 Stunden mit dem Jeep nach Sallerie. Von dort sind es drei Tage zu Fuß bis Lukla. Über Namche mit zwei Nächten zur Akklimatisierung auf 3500 m geht es weiter nach Thame und von dort über den ersten Pass nach Gokyo. Viele Trekker gehen von Namche direkt zum Everest Base Camp, ich entscheide mich jedoch aufgrund der besseren Aussicht auf den Everest zum Aussichtspunkt Gokyo Ri zu gehen. Dort angekommen, ist der Himmel wolkenverhangen, insgesamt steige ich an drei Tagen auf den 5360 m hohen Aussichtzspunkt, jedoch ohne Erfolg. Daher geht es am nächsten Morgen weiter über den Cho La Pass bis zum Kala Patthar. Dort starte ich zunächst einen Versuch, den Everest zum Sonnenuntergang zu sehen, auf halben Weg ist die Bergwelt in Wolken. Am nächsten Morgen soll es um 4 Uhr losgehen. Als ich um 3 Uhr aus dem Fenster schaue, gibt es leichten Schneeregen. Etwas später klart es auf und um 9 Uhr angekommen auf dem Kala Patthar präsentiet sich der Everest in voller Pracht. Weiter rechts Nuptse und Lhotse, ein atemberaubendes Bergpanorama.

Nun geht es ca. 100 km zurück nach Sallerie, noch ist das Wetter gut, die letzten zwei Tage regnet es hin und wieder. Der Körper und die Stimmung ist großartig, zwischendurch hatte ich nicht genug Rücksicht auf das Knie genommen, am Schluss macht es jedoch wieder einen guten Eindruck.

Aufgrund der Nebensaison wegen des Monsuns sind nur einige Trekker unterwegs, klasse Leute, sehr entspannt. Überall gibt es freie Betten, noch im April gab es täglich über 300 Neuankömmlinge im Nationalpark, es wurde zusätzlich auf den Bänken im Frühstücksraum geschlafen.

Jetzt steht Sightseeing in Kathmandu  und einige Erledigungen auf dem Programm und demnächst geht es weiter in Richtung Myanmar.

Mit allerbesten Grüßen, Mark

Indien Teil 2

Hallo Ihr Lieben,

nach der Rückkehr aus Sri Lanka fahre ich von Madurai auf östlicher Seite Richtung Norden. Dank Rad-Navigation mit Open Street Map auf dem intelligenten Mobiltefon lassen sich recht verkehrsarme Nebenstrassen finden, das Radfahren macht endlich wieder Laune.

Der erste Stop ist das Sivananda Ashram in der Nähe von Madurai. Vier Tage Yoga, Meditation, Vorträge und Mantras in abgeschiedener Natur. Sehr intensive Erfahrung für Körper und Geist, bin wie neu geboren und topfit.

Weiter geht es nach Auroville, wo mehr als 2.000 Menschen aus aller Welt seit 1966 in einer universellen Stadt zusammenleben, unter anderem von der UNESCO anerkannt und gefördert. Schaue mir dort einige Projekte an, lerne viele Leute kennen habe eine entspannte Zeit bei Aurosylle und Sukrit im Radladen, die mir kostenlosen Unterschlupf gewähren.

Von dort aus geht es einige hundert Kilometer über ländliche Landschaften mit kleinen traditionellen Ortschaften, wo sich das Leben öffentlich vor den Häusern und auf der Strasse abspielt, bis nach Vijaywada. Hier geht es mit dem Nachtzug nach Kolkata.

Mit 14 Millionen Menschen im Ballungsraum geht es im Zentrum dennoch um Einiges ruhiger zu als in Mumbai. Ein großer zentraler Park mit vielen Sportanlangen und großzügig angelegte Boulevards und immer wieder kleinere Parkanlagen machen die Stadt lebenswert und symphatisch. Das kulturelle Zentrum Indiens war bis 1911 Hauptstadt Britischen-Indiens, oft komme ich mir vor wie in London. Besichtige den Botanischen Garten mit dem größten Banyan-Baum der Welt (420 m Umfang) und lasse mich mit dem Rad durch die Stadt treiben. Kolkata macht Laune.

Weiter geht es mit einem weitern Nachtzug nach Varanasi. Die Stadt am Ganges ist eine der ältesten Städte Indiens und gilt den Hindus als heiligste Stadt. Wer hier stirbt oder sich am Fluss verbrennen läßt, kann dem ständigen Kreislauf der Widergeburt entkommen. Ein Bad im Ganges soll von den Sünden befreien. Eine Gruppe von Jungendlichen, die mich zum Baden annimieren wollten, habe ich mit der Behauptung „Der Ganges sei schmutzig“ etwas verunsichert, es wäre doch „ihr Gott“. „Ja“, habe ich geantwortet, aber trotzem schmutzig. Sehenswert ist die allabendliche Feuerzeremonie am Haupt-Ghat, der treppenartigen Uferbefestigung, die sich kilometerweit am Fluss entlangzieht. Unternehme eine Tageswanderung auf der gegenüberliegenden, strandähnlichen Gangesseite und obwohl der Fluss mit einer Breite von ca. 700 Metern sehr beeindruckt, ist der Funke der Begeisterung für die Stadt ist jedoch nicht übergesprungen.

Nach einer weiteren Nachtzugfahrt, diesmal mit der einzigen verspäteten Ankunft von 6 Stunden, hole ich den Anhänger im Hostel ab und mache mich mit dem Gespann in Richtung Nepal auf. Trotz einiger längerer Überbrückungsfahrten mit Bus und Bahn kommen in Indien letztendlich fast 4.000 Radkilometer zusammen. Den Subkontinent mit dem Rad zu Erleben, war eine große Bereicherung und durch den stressigen Strassenverkeht und die ständige sehr enge Belagerung ohne wirkliche Kommunikation eine Herausforderung zugleich. Bye bye India, see you again on the way to Myanmar.

Euch jetzt viel Freude mit dem Bildern, gehabt Euch wohl bis zum nächsten Beitrag.

Love, Peace, Freedom and Rock ‚N‘ Roll, Mark

 

15 Sri Lanka

Hallo Ihr Lieben,

am 17.2.2017 landet die Propellermaschine nach 50 kurzen Minuten in Colombo. Nur mit einem kleinen Rücksack auf dem Rücken komme ich nach Sri Lanka, Rad und Ausrüstung bleiben in Madurai im Gasthaus sicher eingelagert.

Am nächsten Mittag treffe ich Hergen und Markus wie verabredet in ihrer Hotel-Lobby. Ich hatte mir für die ersten zwei Nächte ein günstiges Hostelbett reserviert. Wir erkunden mit Tuk Tuk und zu Fuß die Stadt, kehren lange zum Brunch in einer modernen Lounge ein und kaufen Zugtickets für die Weiterreise.

Am nächten Morgen geht es 3 1/2 Stunden für 2 € mit der Bahn vor traumhafter Kulisse zum betriebsamen Candy in die Berge. Wir wandern um den zentralen See, sind beeinduckt von den zahlreichen Varanen die sich dort tummeln und besichtigen die herrliche budddhistische Sri Dalada Maligawa Tempelanlage am See, die den linken Eckzahn des historischen Buddha Siddhartha beherbergen soll. Am nächsten Tag gehen wir in der nahen Bergwelt Wandern und am Abend wird mit einem gemütlichen Beisammensein mein fünfzigster Gebrurtstag gefeiert.

Die nächste Station ist das beschauliche Bergdorf Ella, zu dem es am nächsten Tag mit dem Auto geht. Zwischdurch wandern wir hoch zum malerischen Wasserfall, ich nehme ein Bad im eisigen See davor. Beim folgenden Stopp besichtigen wir eine Tee-Produktion in den Teeplantagen im Bergland und erreichen am frühen Abend Ella, auf der Veranda sitzend schweift der Blick über eine atemberaubende Märklin-Bergwelt. Am nächsten Morgen geht es zu Fuß teil steil hoch auf den Ella-Rock, wo sich ein weiter Blick über die umliegenden Berge auftut.

Die letzte Etappe wird am nächsten Morgen angegangen, mit dem Auto in den Küstenort Weligmama. Die Unterkunft ist etwas außerhalb gelegen, mehrere wenig besuchte Strände sind der Nähe. Hier lassen wir die gemeinsame Tour entspannt bei Schwimmen und Chillen ausklingen, gehen am Strand spazieren in den Ort, Essen beim ehemaligen Sterne-Hotelkoch Atika zu Abend, der sich mit einem kleinen Restaurant mit ausgezeichnter Küche und Meerblick letztendlich in seinem Heimatort selbsttändig gemacht hat.

Die Jungs fahren darauf zurück nach Colombo, mein Flug geht einen Tag später. So entscheide ich mich 20 km weiter nach Milissa zu fahren und verbringe dort die verbleibene Zeit in einem klasse Backpacker-Hostel mit einem der schönsten Strände in Sri Lanka.

So gehen 10 traumhafte Tage viel zu schnell zu Ende, danke Jungs, danke Sri Lanka, es hat riesig Freude gemacht.

Mit allerbesten Grüßen, Mark

 

14 Indien Teil 1

Hallo Ihr Lieben,

nach nunmehr 2 1/2 Monaten hier die erste Bildgalerie der Tour durch Nordindien und entlang der Westküste.

Mittlerweile kann ich nachvollziehen wenn in vielen Reiseführern beschrieben wird, das man Indien entweder liebt oder am besten gleich wieder nach Hause möchte.

Bei mir ist es Beides gleichzeitig. Auf der einen Seite die Farbenpracht von Natur und Kultur, der Duft der Räucherstäbchen und die Lautsprechermusik allerorts, wenn man die zahlreichen Tempel passiert. Atemberaubende Landschaften wie die Bergwelt im Norden, die traumhaften Strände von Goa, die weiträumigen Tempelanlagen von Hampi vor herrlicher Felsenkulisse und die Backwaters sowie Hillstations in Kerala.

Andererseits ist Indien gerade als Radfahrer extrem anstrengend. Es ist sehr laut auf Hauptstrassen und in Städten, eine permanente Geräuschkulisse durch ein ununterbrochenes Hupkonzert. Der gemeine Inder ansich hupt sich lieber den Weg frei als seine Geschwindigkeit zu reduzierten. Das auch, wenn alles frei ist, für den Fall der Fälle.

Das Leben scheint sehr beschleunigt, offensichtlich möchte man den Rückstand zu den Industrieländern in wenigen Jahren aufholen. Ein Paradoxum, viele Westler kommen nach Indien, um (Yoga)-Entspannung in umtriebiger Umgebung zu finden. Wenn man die Zeit im Ashram verbringt, kann das gut funktionieren.

Daher mache ich jetzt einen weiten Bogen um Städte und bin auf wenig befahrenen Nebenstraßen unterwegs. Hier lässt sich das ursprüngliche, von Landwirtschaft geprägte Indien erleben.

Euch nun viel Freude mit den Bildern, lasst es Euch gut gehn.

Mit allerbesten Grüßen, Mark

 

 

13 Pakistan

Hallo Ihr Lieben,

die ursprüngliche Idee ist ansich, mit dem Containerschiff vom Süden des Iran nach Mumbai zu fahren. Ich werde jedoch bei aller Hartnäckigkeit eines Bessern belehrt, es ist noch nicht einmal möglich, auf das Hafenglände des Containerterminals in Bandar Abbas zu kommen. In der Reederei erfahre ich, dass es aussichtslos sei, den Hafenmeister zu erreichen. „Da wäre es einfacher, einen Termin beim Präsidenten der Vereinigten Staaten zu bekommen“.

Da das pakistanische Visum nur noch einige Tage für die Einreise gülitg ist, entscheide ich mich kurzerhand mit dem Bus bis zur Grenze zu fahren und Pakistan als Transitmöglichkeit zu sehen, um auf dem Landweg nach Indien zu kommen. Sobald die Grenze überquert wird, ist es nicht erlaubt, mit dem Fahrrad durch Balochistan zu fahren. Zu groß die Gefahr, Ziel eines Anschlags oder einer Entführung zu werden. Mann und Material werden auf Ladeflächen von diversen Polizei-Pickups geladen und es geht auf Staatskosten 600 km in zwei Tagen bis nach Quetta. Von dort aus gibt es die Möglichkeit, ebenfalls unter Polizeischutz mit dem Zug weiterzufahren, bis Balochistan passiert ist. Im Korridor Karachi-Lahore-Islamabad-und weiter nördlich können sich Reisende dann frei bewegen.

Sieben Tage ist der Aufenthalt in Pakistan, gerade mal ausreichend, um einen kurzen Eindruck zu gewinnen. Die Menschen denen ich begegne, sind außerordentlich gastfreundlich und hilfsbereit. Die Zeit in Pakistan ist jedoch letztendlich viel zu kurz, gerne wäre ich länger geblieben. Doch der Weg, bis zum 20.02.2017 zum Geburtstag Sri Lanka zu erreichen, ist noch weit.

Wünsche Euch nun viel Freude mit den Bildern.

Allerbeste Grüße, Mark

12 Iran Teil 2

Hallo allerseits,

der Iran ist außerordentlich. Drei Monate war ich letztendlich dort. Menschen, Landschaften, Geschichte und Kultur. Iran ist eine Reise wert, das kommenende Reiseland. Sehr zu empfehlen.

Allerbeste Grüße und viel Freude mit den Bildern, Mark

12 Iran Teil I

Hallo allerseits,

hier zunächst die Bilder aus dem Iran von der Grenze bis zum großartigen Shiraz.

Allerbeste Grüße, Mark

 

11 Republik Bergkarabach: The beauty

Hallo allerseits,

hier die Bilder aus der wunderbaren Republik Bergkarabach. 7 Tage war ich dort, davon 4 Tage Wandern auf dem Janapar-Trail.

Text folt.

Allerbeste Grüße, Mark

10 Armenien: Die leidende Nation

Hallo allerseits,

hier nun endlich die Bilder aus Armenien. Diesmal in weitaus besserer Qualität, habe die Komprimierung der Bilder mit Irfan optimieren können. Wie bekannt folgt der Text bald.

Bis dahin, allerbeste Grüße, Mark

9 Georgien: Rechtslenker und ChaCha

Das Land empfängt uns mit schlechtem Wetter. Es gießt aus Kübeln, als wir die Grenze erreichen. Claudia und ich dürfen passieren, Chris und Sara werden von dem netten Grenzbeamten ins Gebäude begeben, ihre Aufenthaltsdauer von 3 Monaten in der Türkei ist um 4 Wochen überschritten. Nach einer Stunde kommen sie lächelnd zurück. Sie konnten wählen zwischen einer 200 €- Strafe oder einer Verbannung für 5 Jahre. Kein Frage, wofür sie sich entschieden haben. Bei vorzeitiger Einreise kann dann immer noch die Strafe gezahlt werden…

Am frühen Nachmittag erreichen wir Batumi, die zweitgrößte Stadt Georgiens, direkt an der Schwarzmeerküste gelegen. Batumi rockt, klasse Leute, klasse Stadt. Der Unterschied gerade zur sehr konservativen Osttürkei kann größer nicht sein. Hier spielt das Leben, es gibt Musikkneipen, Strandbars mit Live-Rockmusik und das Batumi-Jazz-Festival. Am Abend gibt es ein Open Air von The Prodigy, ich bekomme noch die letzten drei Lieder von draussen auf der Videoleinwand mit, das Konzert für 20 € war lange ausverkauft. Am zweiten Abend gehe ich mit Claudia zu Nik West, die kleine Schwester von Lenny Kravitz. Viele Songs sehr tanzbar, wir erleben ein klasse Sommerkonzert.

Unter kommen wir im Guesthouse. Ich bevorzuge es, für 3,50 € im großen Garten zu übernachten, Chris und Saga suchen und finden einen kostenlosen Schlafplatz. Ihr Ziel ist es, kein Geld für’s Nächtigen auszugeben. Tatsächlich werden sie durch einen Kontakt in der nahen Bäckerei nach Hause eingeladen.

Die zwei Tage Batumi inklusive Radreparatur (Gewindeerneuerung Gepäckträgeraufnahme in einer äußerst betriebsamen und improvisationsfreudigen Hinterhofgaragenschmiede) vergehen schnell, Claudia entscheidet sich, noch einen weiteren Tag zu bleiben und Chris und Sara fahren schon nach der ersten Nacht weiter. So treffe ich die Beiden erst fünf Tage später auf dem Rainbow-Gathering wieder und Claudia darauf in Tiflis.

Am ersten Tag darauf geht es an der Küste entlang, dann erwische ich eine ruhige und landschaftlich sehr ansprechende Nebenroute Richtung Osten. Bei den Übernachtungen gibt es sehr angenehmen Kontakte zu den Einheimischen. Hinter Kobuleti beim Zelten am Stand treffen ich Stephan, er spricht gut Deutsch und zeigt Bilder von seiner Parmir-Highway-Motorradtour. Auch eine beliebte Route bei den Radfahrern, die Richtung China unterwegs sind. Der Name trügt jedoch, wie ich sehe gibt es einen hohen Offroad-Anteil und es geht über 4000er-Pässe. Meine Route soll eine Andere sein…:-)

Zwischendurch gibt es eine sehr sympathische Übernachtung bei der Familie, die die Dorfbäckerei betreibt. Ich darf das Zelt im begrünten Innenhof aufstellen. Wir haben zusammen viel Spaß, die Senior-Chefin spricht gut Englisch. Am nächsten Morgen werde ich in die „Hohe Kunst“ des Khatchapuri-Backens im Lehmofen eingeweiht. Das 500g-Weißmehl-“Brot“ ist für 0,35 €-Cent zu bekommen und wahlweise mit Kartoffeln, Pilzen oder Linsen gefüllt. Schon köstlich, aber sehr sehr sehr „füllend“. Georgisches Fastfood.

Auf dem Rainbow angekommen hoch über einer Talsperre in den Bergen 70 km nördlich von Tiflis gelegen werde ich von Gustav in Empfang genommen. Er ist ebenfalls aus Deutschland mit dem Rad gestartet und zusammen mit Aiden aus England unterwegs. Zuvor hatten mir zwei Mädels geholfen, überhaupt den Platz im Wald zu erreichen. Zusammen haben wir das Gespann 1 km sehr steil den Berg mit einigen Pausen hochgequält. Die Beiden kamen zum Glück auch gerade an und waren hilfsbereit trotz der großen Rucksäcke. Die Rainbow-Orte sind bekannt dafür, dass sie mit dem Auto nicht erreichbar und sehr abgelegen sind. Schnell komme ich ins Gespräch, es sind ca. 70 Leute aus aller Welt hier, viele Menschen aus der Türkei, aus dem nahen Russland und dem Iran. Klasse Kontakte für das übernächste Reiseland, erfahre viel über Land und Leute. Die Stimmung ist sehr angenehm, es wird zusammen gekocht, im Food-Circle um das Feuer gesungen, getanzt und gegessen. Viele haben ihre Instrumente dabei. Wasser gibt es aus der nahen Quelle, Waschen kann man sich dort mit einem Schlauch, es gibt außerdem einen Wasserfall. 8 Tage Naturerlebnis pur abseits der Zivilisation. Klasse Erfahrung.

Zusammen mit Sara und Chris geht es in fünf Stunden in die Hauptstadt. Wir treffen am Nächsten Abend nach der Übernachtung am Rand vom Botanischen Garten hoch über Tiflis Koen und Julian wieder, später im Why Not Hostel auch Claudia. Es wird unser Basislager für die nächsten Tage.

Zusammen mit Claudia fahre ich am Montag zur Iranischen Botschaft. Die Beantragung des Visums verläuft ausgesprochen gut, nach zwei Tagen können wir es abholen. Zwischendurch gehe ich zum Zahnarzt, einen Krone hatte sich verabschiedet. Ohne Termin komme ich sofort an die Reihe, Zahnvorbereitung mit Stiftaufbau und schon am nächsten Tag ist die Krone fertig. Und das alles für Sage und Schreibe 60 €. Die japanische Keramik soll sehr lange halten; bin begeistert.

Neben weiteren Besorgungen wird die Stadt erkundet, hier lassen sich auf dem Bazar leicht sonst rare Lebensmittel auffüllen. Trockensoja, Hirse, Leinsaat, Kerne und Gewürze sind im reichhaltigen Angebot. Ein Nachmittag vergeht in einem traditionellen Hamam in der Altstadt, neben der Sauna werden Massagen angeboten und heißes Wasser kommt aus der Thermalquelle, und das zum Eintrittspreis von 1,50 €. Sara und Chris sind in der Zwischenzeit abgereist, sie wollen zurück in die Berge und erst später weiter nach Armenien. Koen und Julian hatten sich schon bald aufgemacht, Koen hat den Nachtzug nach Yerevan genommen, um weiterhin seinen Finger zu schonen.

Die wahren Schätze der Stadt konnte ich nicht wirklich entdecken, so zieht es auch mich zurück in die Natur. Mit dem Bus fahre ich einen Tag nach Mestia Richtung Nordwesten. Das Bergdorf ist auf 1.500 m gelegen und ein Wanderparadies. Ich möchte von hier eine Tageswanderung zum Gletscher unternehmen, zuvor war ich lediglich im Winter einmal Ski auf einem Gletscher gefahern. Diesmal werde ich nicht enttäuscht. Obwohl es bald anfängt zur Regnen, ist der Gletscher der Hammer. An der Bruchkante leuchtet das Eis blau und darunter kommt ein reißender Wildwasserstrom hervor. Wo so viel extrem schnellfließendes Wasser herkommt, ist mir ein Rätzel. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Als ich nach dem Abendessen zurück in Mestia mein restliches Gepäck im Dorfladen abholen will, ist das Geschäft geschlossen. Noch am Vorabend war bis 4 Uhr nachts geöffnet. Auch diesmal habe ich Glück, treffe Beka der gut Englisch spricht und mir kurzerhand einen Schlafplatz anbietet. Zusammen ziehen wir um die Häuser und erleben einen speziellen Georgischen Abend. Sänger aus Tiflis sind hier aufgetreten, wir treffen sie im Restaurant beim späten Abendessen. Die Kommunikation der Leute untereinander verläuft fast ausnahmslos in Tost-Ansprachen, zwischendurch wird immer wieder Gesungen, meist im Duett. Traditionell Georgischer Gesang mit Wahnsinnsstimmen. Der Abend verläuft bis spät in die Nacht. Beeindruckendes Georgien.

Zurück in Tiflis mit Bus und Nachtzug drehe ich in der letzte Woche eine Schleife durch den Osten des Landes. Die Region ist für den Weinanbau bekannt. Telavi ist neben Sighnaghi sehr beeindruckend, die Menschen ausgesprochen freundlich und die Landschaft mit Pässen von bis zu 1.700 m herrlich. Am Ende der Tour gibt das Kugellager der Pedale auf, die Neubeschaffung vor Ort ist aussichtslos. Nach notdürftiger Reparatur funktioniert das Pedal ausgesprochen gut, so dass ich mich entscheide, nicht mehr ins betriebsame Tiflis zurückzufahren und nehme Kurs auf Armenien. By By beautiful Georgia!

Bis zum nächsten Beitrag

Peace, Love, Freedom and Rock’n’Roll, Mark

P.S. Es gibt in Georgien auffallend viele Rechtslenker-Fahrzeuge, es sind günstige Importe aus Japan. Chacha ist der georgische Trester, man wird bei jeder Gelegenheit fast gezwungen, damit anzustoßen…