Zum Titelbild:
Ende Januar gleitet das 5,2 m lange Seekajak in die geschützte Hafenbucht von Cartagena. Die 3-monatige Paddeltour von Portobelo/Panama entlang der Karibikküste findet hier nach 650 Kilometern ihr Ende. Neben der Wanderung im Everest-Nationalpark ist dieses Erlebnis bisher DAS Highlight der letzten 9 Jahre. Habe mich neben den Bergen durch diese ganz ganz besondere Erfahrung jetzt auch ins Meer verliebt.
Kajakfahren hat immer schon Laune gemacht, bin jetzt jedoch eins mit dem Boot. In einem Beitrag hat jemand gesagt: „Man trägt das Kajak wie einen Schuh“ 😊
Cuenca, 20.1025:
Hallo Ihr Lieben,
hier jetzt endlich die Bilder von Teil 2 der Kayaktour durch die kolumbianische Karibik.
Der ca. 300 km lange Küstenabschnitt unterscheidet sich durch eine Tatsache wesentlich von der Erfahrung in Panama: Es gibt dort eine Straßenanbindung. Die Menschen sind jedoch nicht weniger gastfreundlich, nach wie vor leben die Leute gerade in kleinen Dörfern, die schwer erreichbar sind, vom Fischfang. Bin mit dem Kajak auf Augenhöhe. Als „Amigo del Mar“, Freund des Meeres ist man besonders willkommen 🙂 Bis auf eine Übernachtung im Hotelzimmer ist es weiterhin einfach, einen Platz für’s Zelt zu finden, wenn auch manchmal gegen Bezahlung. Neben den mitunter rauen Landungen durch recht ordentliche Brandungswellen an den Stränden (dreimal macht das Kajak eine Rolle, danach geht die Bremstechnik in Fleisch und Blut über), stellt eine weitere Herausforderung unterwegs das weit verzweigte Flussdelta vom Rio Sinu dar. Nach 15 km würde es eine gute Übernachtungsmöglichkeit geben, die nächsten 35 km nicht mehr wirklich. Nach den ersten 15 km vor dem Delta fühlen sich die Arme jedoch so gut an, dass ich mich fürs weiterfahren entscheide. 50 km in 11 Stunden kommen dabei unterm Strich raus. Machbar ist das durchaus, die Anstrengung steckt am nächsten Morgen noch gut in den Knochen. Bin ja bekanntlich nicht in Eile und bevorzuge daher kürzere Tagesetappen. Das gibt Gelegenheit, die Leute und ihre Lebensweise unterwegs und bei den Übernachtungen besser kennenzulernen.
Im letzten Abschnitt vor Cartagena tauchen wieder vermehrt vorgelagerte Inseln auf, die bei Erkundigungen auf dem Land und beim Umpaddeln wieder mehr Abwechslung bringen. Ein Highlight ist Isla Grande, touristisch ja, jedoch groß genug, um dem Treiben aus dem Weg zu gehen. Lerne Hotelbetreiber Senior Ever kennen, der letztendlich das Kayak kauft. Repariere Fahrräder für ihn und kann dafür eines nutzen. Die Insel ist groß genug und eignet sich mit festen Erdwegen hervorragend zum Radfahren. Gut zwei Wochen werden es auf der Insel, lerne klasse Leute kennen, durch das sehr entspannte Insel leben fällt der Abschied schwer, möchte eigentlich gar nicht mehr weg. Cartagena ist nahe und frei nach dem Jakobsweg-Motto „Wer nicht ankommen will, hat sein Ziel erreicht“ könnte die Tour auch gerne weitergehen. Noch nie war ich so dicht an den Menschen dran wie hier, vermutlich kann ein Fischer sich eher in einen Kajak-Fahrer reinversetzen als ein Autofahrer in einen Radreisenden. Neben dem Erleben dieser Tour ansich, sticht eines ganz besonders hervor: Habe mich neben den Bergen jetzt auch ins Meer verliebt.
Ein Satz noch zu Kolumbiens Festland. Auch wenn es sicherlich ein ganz wunderbares Land ist, werde ich letztendlich bis auf einige Ausnahmen mit den Menschen nicht wirklich warm. Viele sind mir zu forsch, um das mal ungerechterweise mit einem Wort zu beschreiben🙏 Kein Beinbruch, hier in Ecuador ist es anders 😊
Liebe Grüße, Mark
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