Route/Aktuelles

Nach fast 6 Wochen Campingplatz am Strand von Pohara heute Abschied von Del, Brent und den anderen Reisenden.

https://www.neue-braunschweiger.de/ausgaben-archiv/

Am 9.5.20 gab es in der Neuen Braunschweiger nach langem mal wieder einen neuen Artikel. Siehe Link oben. Viel Freude beim Lesen.



Klick auf die Symbole in der Karte, um Infos und Bilder zu öffnen. Haus Bezahlte Übernachtungen Hostel, Pension, Gasthaus etc. Dusche Übernachtungen auf Einladung, Wormshowers.org, couchsurfing.com, ADFC Dachgeber etc. Baum Übernachtungen im Zelt, Schutzhütte, im Freien etc. Zur Vollbild-Darstellung auf das Ikon rechts in der Kopfzeile der Karte klicken. Statistik und geplante Route siehe unten

 

Bin in Puponga, Golden Bay, Neuseeland (14.05.2020)

Radkilometer: 41. 025

 

Hallo Ihr Lieben,

“Schon wälzen schnelle Räder rasselnd sich und tragen
Dich von dem unbedau’rten Ort,
Und angekettet fest an deinem Wagen
Die Freude mit dir fort.”

Nicht viele könnten es vermutlich schöner beschreiben als Johann Wolfgang von Goethe. “Wagen” trifft tatsächlich zu, hab vor ein paar Tagen ein Auto gekauft. Die Temperaturen fallen, es bräuchte jetzt kurz vor dem Winter einfach mehr Ausrüstung, das Mehrgewicht möchte ich dem Knie bergauf derzeit noch nicht zumuten, so gut es auch ist. Freies Reisen innerhalb des Landes ist ab heute wieder erlaubt, werde noch ein paar Tage die 80 km lange Goldene Bucht erkunde, dann geht es über Nelson diesmal an der Westküste Richtung Süden, zwei Gletscher, Wanaka und Queenstown und viel Natur stehen auf dem Programm. Werde mich durch Tagestouren und Wandern fit halten und schauen, was sich zwischendurch ergibt, Volontieren ist nach wie vor eine Idee. Hab’s wie oft nicht besonders eilig, das Land zu verlassen, bevor es zurück nach Australien geht, um das Gespann zurück nach Deutschland zu schicken. Mount Cook Village in weißer Pracht zum Schneeschuhwandern wiederzusehen, wäre schon klasse. 

Mit allerbesten Grüßen, Mark

 

Log vom 22.4.20: Es ist weiterhin alles bestens auf dem Campingplatz in der Golden Bay.

Stufe 4 ist bis zum 27.4.20 verlängert, ab 28.4. befindet sich Neuseeland dann für 2 Wochen in Stufe 3. Nach derzeitiger Lage wird das Reisen innerhalb des Landes ab dem 11.5.20 wieder erlaubt sein.

Eine Bildgalerie ist in Erstellung, Kommentare folgen.

Bis dahin alles Liebe,

Mit allerbesten Grüßen, Mark

Log vom 14.4.20: Der Herbst hat Einzug gehalten; offizieller Winterbeginn ist am 21. Juni in Neuseeland.

Wie sieht das Leben aus auf dem Campingplatz in der Golden Bay? Wir sind eine Gruppe von 10 Reisenden, vier Einheimische, drei US-Amerikaner und drei Europäer. Es gibt ein Gebäude mit großer Küche und Aufenthaltsraum, ein weiteres mit sanitären Anlagen. Die Kosten sind von offizieller Seite übernommen, mit großem Dank an den Staat. Zwei Campingbusse, die anderen sind mit oder ohne Auto und Zelt unterwegs. Der Platz liegt direkt am drei Kilometer langen Sandstrand, nachts hört man das Meer branden. Baden jedoch bei ca. 10 Grad Wassertemperatur nicht  jedermanns Sache, die Antarktis ist nicht weit. Fühl mich sehr wohl, die Mobilität ist als Radfahrer ist  bis auf das untersagte Reisen annähernd nicht eingeschränkt. Fahre hin und wieder zum 10 km entfernten Supermarkt oder zu den zahlreichen Hofläden um frisches Gemüse einzukaufen. Besuchen darf man niemanden. Apfel-, Birnen- und Feijoa-Bäume (mein neuer Favorit aus Südamerika) bietet die Natur. Bin per Rad und zu Fuß  hoch auf 700 Höhenmeter, mit weitem Blick über die sichelförmige Bucht;  in ca 45 km lässt sich entfernt am  äußersten Ende der Leuchtturm erahnen. Offiziell geht der Lockdown noch bis zum 22. April. Mehr ist nicht bekannt und völlig ausreichend, ich lebe ohne Zeit “nur” den Tag. Hat eine Weile gedauert und Übung gebraucht, klappt jedoch mittlerweile sehr gut. Täglich Yoga, Meditation und Qi Gong tragen dazu bei.

Neuseeland ist schon ab Osttimor als Test gedacht, ob das Reisen per Mountainbike und jetzt nur 15 kg Gepäck zusagt und ob’s für’s Knie okay ist. Das Resultat ist in beiden Fällen positiv. Schon auf den Jakobswegen bin ich mit kleinem, nur 2,5 kg leichten Rucksack unterwegs. Die Wahl der Elektrounterstützung ist von Anfang an gedacht, um das Knie zu unterstützen und zu heilen. Nach nunmehr 40.000 km ist es soweit erholt, dass eine E- Unterstützung nicht mehr zwingend erforderlich ist. Jetzt ist die Zeit für eine Veränderung offensichtlich gekommen und ich weiß die neue Freiheit schon jetzt nach gut 1.000 km hier in NZ zu schätzen. Damit hat sich auch die Sponsorsuche erledigt, bin eh bisher noch nicht wirklich damit angefangen. Würde gerne noch ein wenig Zeit in Neuseeland verbringen; wäre schön, Mount Cook Village auf 700 m bald im Schnee zu erleben, dort hat es mir vorab schon gut gefallen. Werde auch zu versuchen, in der Antarktis zu voluntieren. Die Forschungsstation wird von Christchurch aus geleitet , dort werde ich vorsprechen.

Dei Idee ist nach wie vor, die Tour in Südamerika fortzusetzen. Werde versuchen irgendwann demnächst nach Kalifornien zu kommen und von dort aus über die Landgrenze per Rad nach Mexiko und weiter fahren.

Containerschiff, Segelboot, voluntieren auf einem Kreuzfahrtschiff oder letztendlich fliegen oder eine Kombination daraus sind die Optionen. Wahrscheinlich von Australien aus, dort werde ich das Patria und den Solaranhänger in Adelaide abholen und per Schiff nach Deutschland versenden. Vermutlich von Sydney aus.

Möchte zu guter Letzt noch ein paar Gedanken teilen:

Ich lese oder verfolge ÜBERHAUPT keine Medien zu aktuellen Themen. Es würde nur belastet. Wenn jemand über die derzeitige Situation negativ spricht, gleich einlenken und positive Beispiele nennen. Mache ich generell schon seit längerem. Funktioniert und macht mich und andere glücklich.

JEDER wird letztendlich von Berichterstattungen beeinflusst. Und zum überwiegenden Anteil seit langem bereits nicht positiv, auch falls es nur im Unterbewusstsein abgespeichert wird. Man braucht ganz sicher diese Informationen für’s tägliche Leben nicht. Im Gegenteil, es lebt sich gedanklich unbeschwerter und feier ohne sie. Und es ist ja freigestellt, ohne Fernseher und Internet zu leben. Wenn man zu den ganz unsicheren Menschen gehört, kann man ansonsten zum Beispiel jemanden, der die Sache sehr entspannt und mit Abstand betrachtet bitten, zu berichten, falls es entscheidende Änderungen von der Regierung gibt. Eine Situation ereignet sich z.b. im Bus von Christchurch nach Nelson; der Busfahrer informiert per Mikro über die aktuelle Situation und die Vorgaben der Regierung für den Lockdown, inklusive der Konsequenzen bei Nichtbefolgung. Ich rufe nach vorne, dass es als Busfahrer nicht zu seinen Aufgaben gehört. Er akzeptiert es und sieht es ein.

Die Situation ist nicht schön, es kommen jedoch auch wieder bessere Zeiten, ganz bestimmt. Übrigens: Wie die kluge brasilianische Yogalehrerin in Thailand schon sagte:  “Jedes erstmal nicht gute Ergebnis lässt sich zu 100 % ins Positive wandeln”. Kann man anfangs schwer glauben, funktioniert jedoch tatsächlich, probiert’s aus! Ich sehe derzeit vor allem mehr Liebenswürdigkei, Freundlichkeit und gegenseitige Hilfsbereitschaft unter den Menschen. Z.b. nutzt jemand die Gelegenheit, sein Haus aufzuräumen und bringt frisch gewaschene Decken und Bettzeug zum Campingplatz. Ein Daunenoberbett wärmt jetzt in den kühler werdenden Nächten. Einen Tag zuvor denk ich noch, irgendwie nicht wirklich komfortabel, mit der dicken Jacke zu schlafen… 😊

Solange die Sonne auch morgen noch aufgeht, werde ich mit einem Lächeln aufstehen.

In diesem Sinne, gehabt Euch wohl, mit österlichen Grüßen, Mark

Blick beim Aufwachen. Nach wie vor gefällt diese Art der Beherbergung, vielleicht auch wegen der Aussichten am Morgen und des Sternenhimmels vor dem Einschlafen. Draußen ist der Schlaf dazu tiefer.

Bedeutet jedoch nicht, nichts zu hinterfragen.

Log vom 29.3.20: “Zu Hause bleiben”, das ist seit 4 Tagen die Vorgabe von Premierministerin Jacinda Ardern.

Neuseeland hat einen vierstufigen Aktionsplan beschlossen, Stufe 4 ist die oben genannte Maßnahme. Bei Stufe 3 setze ich mich in Te Anau auf’s Rad Richtung Queenstown, die Nebenstraße endet nach geplanten zwei Tagen an einer Fähre über einen See in die Stadt. Am ersten Tag beim Stop auf einem Bauernhof  kommt der Gedanke: “Warum nicht mal bei der Fähre anrufen und fragen, ob sie noch in Betrieb ist.” Die etwas verwunderte Antwort der netten Dame: Wir haben den Betrieb heute um 12 Uhr für 4 Wochen eingestellt,  haben sie nicht gehört, was los ist?

Am Mittag wurde Stufe 4 bekannt gegeben. Ja, dass diese Maßnahme kommten wird, ist mir durchaus bewusst,  meine Vermutung war jedoch, dass man ca. eine Woche Zeit hat einen Platz zu finden. Okay, dann sind es halt noch genau 57 Stunden bis zu Stufe 4, um das  angedachte Ziel Takaka ganz im Norden der Südinsel zu erreichen; schlappe 1.200 km. Kurzum: Insgesamt vier verschiedene Busse, 5 mal per Anhalter und 40 km mit dem Rad sind es. Zwei Stunden vor Inkrafttreten der neuen Regelung erreiche ich um 22 Uhr die “Golden Bay”. Würde jetzt nicht sagen, dass ich von Anfang an sicher war, in der schon recht kurzen Zeit hier zukommen, hab es eher als Wunsch formuliert, und Wünsche gehen ja meistens in Erfüllung. Es ist schon seit längerem die Idee, hier mehr oder weniger zum Schluss der NZ-Tour aufgrund der von vielen geliebten Sonnenstunden zu verweilen.

Komme erstmal in einem günstigen Zimmer unter; mal schauen, ob sich noch ein Platz zum Volontieren finden lässt, bin mir nicht ganz sicher, ob ein Standortwechsel innerhalb der Golden Bay bei Stufe 4 erlaubt ist. Das Beste wird sein, bei der Polizei mal nachzufragen, um für alle Beteiligten Klarheit zu schaffen. Wann darf mit dem Auto zum Supermarkt, zur Bank und zur Apotheke bzw. in der Nähe der Unterkunft Spazierengehen oder Radfahren bzw. Übungen und sich an der Natur erfreuen.

Mir gefällt die ruhige Zeit ausgesprochen gut, hab seit Darwin eigentlich nicht mehr länger Pause gemacht. Die Idee ist einmal Seife und Sojajoghurt selber herzustellen, ein neues Buch anzufangen und den zweiten Holzlöffel zu schnitzen, der letzte aus Laos ist schon vor längerer Zeit verlustig gegangen.

Versucht das Beste aus der Situation zu machen. Mit allerbesten Grüßen, Mark

Log vom 22.3.20: Mir geht es sehr gut.

Möchte aufgrund der aktuellen Lage die Beiträge in gewohnter Form für eine Weile pausiere. In Neuseeland ist die Situation der Zeit noch weitgehend normal, es gibt kaum Einschränkungen das Reisen ist weiterhin erlaubt.

Werde ab morgen zwei Tage mit dem Rad auf Nebenstrassen nach Queenstown fahren, von dort weiter über Wanaka die Westküste hoch nach Takaka, um dort an der Golden Bay zu volontieren. Wenn Reiseeinschränkungen angekündigt werden, verstärkt per Bus und Anhalter.  Werde die Karte mit den Übernachtungsplätze weiterhin aktuell halten und dort je nachdem Infos weitergeben.

Die Welt rückt näher zusammen und wird liebevoller, ist mein Eindruck zur Zeit.

Alles Liebe, Mark

Log vom 26.2.20: “Willkommen auf der schönsten Insel der Welt”. Klasse Empfang gleich am Flughafen Christchurch von einem Deutschen, der hier schon länger lebt. Bei der Betrachtung des Bildes, dass sich aus den Eindrücken der letzten zwei Wochen zusammensetzt lässt sich schon vermuten, dass er mit der These gar nicht so verdammt weiterleben liegt.  Erlebe nach der Ankunft einen traumhaften Sonntag bei blauem Himmel in der Hauptstadt Canterburys. Am Vormittag kommt der Gedanke auf: “Moment, irgendetwas scheint hier nicht zustimmen”. Die Gesichtshaut fängt an zu spannen, greife flux zum Sonnenhut. Offensichtlich ist die UV-Strahlung noch intensiver als in Australien, das Ozonloch scheint in den letzten vier Jahren von dort weiter gewandert zu sein. Verbringe einen Großteil im Botanischen Garten, dort gibt es am Nachmittag gute Rockmusik der jungen Band “Butlers” aus der Nähe; Hunderte Leute allen Alters sind dabei und picknicken auf der großen Rasenfläche des “Archery Parks”.

Verbringe jetzt schon fast eine Woche am höchsten Berg Neuseelands. Ein Ruhe- gefolgt von zwei Regentagen hemmen die Wander-Aktivitäten. Dann geht’s zum Tasman-Gletscher. Die Aussicht, die sich dort bietet, stimmt eher nachdenklich. Was sich schon in Nepal angedeutet hat, ist hier wesentlich intensiver zu sehen und zusätzlich durch bebilderte Infotafeln nachdrücklich dokumentiert. Über dem aktuellen Aussichtspunkt mit Blick auf den heutigen Gletscher z.b. befand sich vor nur 130 Jahren noch eine 50 m dicke Eisschicht, jetzt gibt es 100 m unterhalb ein Schmelzwassersee, der stetig wächst. Zwar mit 24 km noch der längste Gletscher des Landes, schmilzt die Länge jährlich um ca. 600 m. Auch durch annähernd vegane Ernährung und sehr reduzierten und bedachten Konsum trage ich zum CO2 Ausstoß bei damit leider Teil dieser Entwicklung.

Bin übrigens mit dem Mountainbike und ca 15 kg Gepäck unterwegs. Treffe Mark schon im Hostel in Dili, Osttimor, ein Australier der in der Nähe von Sydney in den Weinbergen Fahrräder vermietet. Wir plaudern auch über Neuseeland und ich erwähne, dass es Klasse wäre, dort auf den Trails mit einem Mountainbike unterwegs zu sein. Nach kurzer Überlegung sagt er: “Ja, ich habe einen Mountainbike, jemand hat es mir gegeben, wollte es schon verkaufen,  du kannst es haben.” Gerade einmal neue Reifen aufgezogen, die Bremsen repariert und Gepäckträge sowie selbstgebauten Halter für die Yogamatte vorne montiert, den hat einen Wormshowers-Gastgeber in Australian übrig.

Los geht es auf dem Fernradweg “Christchurch to Alps”, der sehr abwechslungsreich verläuft; zunächst eine Übernachtung am Strand im Süden, dann wird es hügelig mit kleinen Dörfern und Bioladen, in dem es genauso angenehm duftet, wie im selbstgeführten Kernbeißerladen in Braunschweig. Bekomme ein Brot geschenkt und werde zum Tee eingeladen, klasse Auftakt.

Weiter geht es an teils weniger und mehr befahrenen Landstraßen entlang zwischendurch auch 60 km an einem Kanal entlang, nur für Wanderer und Radfahrer freigegeben mit weitem Bergpanorama auf der rechten Seite.

Ab heute geht es weiter mehr oder weniger Zickzack Richtung Stewart Island und dann auf dem Rückweg über Queenstown, Wanaka und an der Westküste gen Norden.

Neuseeland macht Laune und scheint nach Nepal mein zweites Lieblingsland zu werden😊

Cycle Trails der Südinsel.

Weitere Bilder folgen.

Mit allerbesten Grüßen von “der schönsten Insel der Welt”,

Mark

Log vom 8.2.20: Bin im Flughafen Sydney, es ist gerade “Boarding”.

Letztendlich läuft alles gut in Canberra, die Sachbearbeiterin der Deutschen Botschaft hat zwar zwei Tage frei, daher dauert die Ausstellung ein wenig länger. So ist viel Zeit für die letzten Vorbereitungen, Leben an der langen Leine. Die Schönheiten von Canberra sind offensichtlich sehr versteckt, die Stadt ist für viele Liebe auf den zweiten Blick. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde entschieden, eine gemeinsame Hauptstadt für die bis dahin selbstverwalteten Einzelstaaten zu Gründen. Es hat eine internationale Ausschreibung zu Stadtplanung gegeben, alles ist daher sehr wohl geplant, sauber, übersichtlich und geordnet. Leben in der Retorte.

Mit allerbesten Grüßen aus Sydney, Mark

Log vom 2.2.20: Was ist neu: Bildgalerie unten ist aktualisiert.

Mit allerbesten Grüßen aus Canberra, Mark

Log vom 31.1.20: Die Unterlagen sind bei der deutschen Botschaft eingereicht, Anfang nächster Woche sollte ein vorläufiger Reisepass, der zur Einreise nach Neuseeland berechtigt, fertig sein. Derweil erlebe ich dabei die Stadt und ihre Menschen und erledige die letzten Einkäufe/Vorbereitung für Neuseeland. Reifen, Bremsbeläge und Optimierung der Taschenbefestigung. Auch die Suche nach einem neuen Antriebshersteller läuft parallel auf Sparflamme an.

Mit allerbesten Grüßen aus Canberra, Mark

Log vom 29.1.20: Bin im Bus nach Canberra. Gestern beim Einchecken in Sydney erlaubt die vom Schalterpersonal komtaktierte NZ Immigration nicht zu fliegen; sind dazu angehalten,  Auffälligkeiten mitzuteilen. Der Pass war zwischenzeitlich dreimal durchnässt und sieht nicht mehr ganz so schick aus, ist offensichtlich nicht so ganz im Sinne der Bürokratie, auch ein freundlicher Versuch heute bei der neuseeländische Botschaft noch etwas zurechtzurücken bleibt erfolglos, ein neuer Reisepass ist erforderlich. Frühestmöglicher Vorstellungstermin beim Konsulat in Sydney ist der 19.2.2020, in Canberra bei der Botschaft geht es morgen. Mal schauen wie sich die Dinge entwickeln, die Idee ist aus der Hauptstadt nach Christchurch zu fliegen oder gleich ein Schiff nach Südamerika zu finden, es gibt zwei Kontakte für Kontainerschiffe. Auch die Vorstellung auf Kreuzfahrtschiffen eines Anbeiters zu arbeiten um nach Kalifornien/Mexiko zu kommen, ist interessant; ein halbes Jahr ist dabei wohl Minimum.

Mit entspannten Grüßen, Mark

Log vom 27.1.20: Was ist neu:

Bildgalerie unten eingefügt. Beschriftungen und Reihenfolge offen.

Neues Interview unter “Presse”. Anfrage kam aus der Redaktion; hat übrigens Laune gemacht und 100 € gab’s obendrein.

Mit allerbesten Grüßen aus Sydney, Mark

Log vom 23.1.20: Ansich ist alles Kopfsache, auch Radfahren. Okay, körperlich einigermaßen beieinander zu sein hilft, ist jedoch nicht das Wichtigste. Was lehrt mich der Stuart Highway?

Jede Kurbelumdrehung so zu treten, dass man ohne Pause die komplette Tagesetappe beenden könnte.

Trifft speziell bei Temperaturen über 40 Grad zu und wenn man vor hat, länger als ein bis zwei Wochen unterwegs zu sein. Mit der Einstellung lässt sich entspannt fahren und man fällt nicht gleich bei jedem Stopp vor Erschöpfung vom Rad. Wird mir jedoch erst so ganz auf der zweiten Hälfte ab Alice Springs bewusst. Eine Herausforderung bleibt es dennoch, auf einem Abschnitt gibt es 250 km kein Haus, kein Brunnen, kein Wassertank, gar nichts. Verteile 35 l Wasser auf Rad und Anhänger, soweit das Gespann einmal auf Fahrt ist, lässt es sich ganz gewöhnlich fortbewegen, speziell beim Anhalten ist jedoch Vorsicht geboten. Am zweiten Tag sind durch starken Gegenwind und wenig Sonne nach 35 km am Nachmittag die Batterien fast leer; daher ist es eigentlich ausgeschlossen, das von dort 125 km weit entfernte Roadhouse am Folgetag zu erreichen. Nach gut einer Stunde am Straßenrand gestikulierend hält eine Familie mit Pickup an und ist spontan bereit, zu helfen. Anderthalb Stunden später ist das Etappenziel erreicht.

Die weltweite Wetterveränderung ist auch hier präsent, von einem Tag auf den anderen dreht sich die Windrichtung um 180 Grad auf Süd, die Temperaturen fallen von 44 auf 14 Grad, ein Regentag folgt; halb so schlimm, wollte eh Pause machen. Nach gut 2.700 km ist für mich Schluss mit dem Stuart Highway, insgesamt eine Klasse und sehr spezielle Erfahrung der bisherigen Tour, reicht dann jedoch auch. Kurz hinter Port Augusta geht rauf auf die Hochebene Flinders Range, kleine Ortschaften mit Architektur und Cafés wie vor hundert Jahren und Klasse Leuten, das Landschaftsbild ähnelt dem der geschwungenen Mittelgebirge zum Sommerende mit weiten Blick über Stoppelfelder. Ab Claire geht es auf der stillgelegten Bahntrasse “Riesling Trail” durch Weinberge, lege eine Mittagspause in der Parkanlage des Weinguts Peter Lehmann ein und bekomme gleich ein Glas Rotwein angeboten; viele Gäste sind an der Tour interessiert. Bis Adelaide ist es jetzt nur noch ein Katzensprung, lasse gemütlich ausrollen mit vielen Pausen und kurzen Tagesetappen. Der “Empfang” der Metropole ist grandios, 20 km vor der Innenstadt biegt ein Radweg von der “Gorge Road” ab, über die in den nächsten Tagen eine Etappe der Tour Down Under führt. Entlang des Bachlaufs des Torres geht es (selbstverständlich) an Stadtvillen vorbei durch parkähnliche Anlagen bis in die Innenstadt zur Uni und zum Botanischen Garten; weiter am Fluss entlang würde man nach 13 km das Meer erreichen.

Adelaide ist ein Dorf, obwohl eine Million Menschen dort leben. Die Innenstadt hat hat kaum Hochhäuser und wenig Autoverkehr, die Stadt erstreckt sich über ca. 40 km, viele Leben in Vororten. Komme bei Klasse Leuten unter und wir schauen uns die Teamvorstellung der Downunder Tour mit anschließendem Live-Konzert an. Das Auftaktrennen in der Stadt wird verpasst, da sich an dem Tag Rad, Anhänger und ein Großteil der Ausrüstung 20 km weit entfernt für die nächsten vier Monate unterbringen lässt.

Vor längerem hatte ich einen Flug von Sydney nach Christchurch gebucht, werde drei Monate ab Februar vermutlich nur auf der Südinsel verbringen. Scheint die beste Reisezeit zu sein und das turbulente Wetter hat sich beruhigt, der Jahresurlaub der Kiwis im Januar ist vorüber, auf Straßen und Wanderrouten wird es etwas überschaulicher. Der Sommer klingt langsam aus und es ist oftmals noch angenehm warm. Werde mit Mountainbike und leichtem Gepäck auf den zahlreichen Trails unterwegs sein, Priorität hat Wandern, Kajakfahren und vermutlich am Schluss Volontieren. Der Gastgeber hier in Cessnock, den ich in Dili im Hostel kennenlerne, bietet für die Zeit ein Rad an. Mal schauen wie es sich so ohne Elektroantrieb leben lässt. Bin gerade mit den Vorbereitungen beschäftigt und schaue mir vielleicht noch zwei Tage Sydney an, bevor es zum Flughafen geht.

Übrigens gibt es seit der Zeit in Australien auf der Route kein einziges aktives oder erloschenes Buschfeuer, nur einmal sind es im Supermarkt die Avocados aus, offensichtlich wegen abgeschnittener Transportwege. Auch langfristige Auswirkungen scheint es zu geben: Auf der Känguru-Insel sind auch für’s Festland wichtige Bienenbestände mit den bekannten Folgen dem Brand zum Opfer gefallen. Obst kann aus Schutzgründen vom nahen Südostasien nicht importiert werden, Australien ist weitgehend schädlingsfrei.

Gehabt Euch wohl lhr Lieben, einige Bilder folgen.

Mit allerbesten Grüßen, Mark

Log vom 2.1.20: Noch 850 km sind es bis Adelaide. Nach 4 Tagen Coober Pedy geht’s morgen zurück auf den Stuart Highway.

Die Flüssigkeitsaufnahme liegt bei Temperaturen weiterhin über 40 Grad bei mehr als 10 Liter pro Tag, ein Liter pro Stunde beim Radfahren. Dann fühlt sich der Körper halbwegs ausgeglichen an; ein Trinkschlauch der zur Flasche führt, ist seit Alice Springs griffbereit am Lenker befestigt, erleichtert das viele Trinken sehr. Die Etappenlänge bleiben erträglich, bei den beiden Übernachtungen auf Rastplätzen ohne Wasser sind 26 l Wasser auf dem Gespann verteilt, 18 zum Trinken und 8 für Sonstiges. Schon recht komfortabel Duschen lässt sich mit schon einem Liter aus dem tropfenweise geöffneten Wassersack, mit Haarewaschen sind es 2 Liter. Von Coober Pedy Richtung Süden gibt es jetzt drei Tagesetappen ohne Wasserstelle,  werde noch etwas mehr auf’s Rad packen und wenn es knapp werden sollte am Anhänger hinten eine Pappe mit der Aufschrift “water please” befestigen, die Leute auf dem Stuart sind sehr hilfsbereit und der Verkehr hat etwas zugenommen.

Coober Pedy macht übrigens ab dem ersten Augenblick riesen Laune, die Menschen die erleben sind ausgesprochen sympathisch. Lerne gleich nach Ankunft im öffentlichen Schwimmbad Schweizer kennen, die hier schon länger leben, daraus ergeben sich weitere Kontakte. Viele Europäer, die hier nach unten nach herkommen sind um nach Opal zu suchen, leben noch heute hier, vor etwa 90 Jahren ging es mit dem Opal-Bergbau los. Jetzt ist es eine Mischung aus  Tourismus und aktiven Bergleuten. Die Leute die hier wohnen, größte europäische Zuwandergruppe sind Griechen, gehen freundschaftlich miteinander um, die mystischen Goldgräberstimmung und die Abgelegenheit im heißen trocknen Outback tragen sicher dazu bei. Man sitzt gemeinsam im gleichen Boot. 70 % der Wohnungen sind höhlenartig mit schwerem Gerät einige Meter in den Felsen angelegt “Dugout”, überirdisch sowohl als einige auch unterirdisch. Angenehmen kühl allemal. Die Silvesterparty war übrigens nicht unbedingt der Hit, klasse Leute dort, jedoch die Musik vom DJ war nicht mein Fall.

Wünsche euch alles Gute für 2020.

Mit herzlichen Grüßen, Mark

Laden bis zum Sonnenuntergang, hier bei Übernachtung ohne Strom aus der Steckdose.

Das Minen-Gerät nennt sich “Blower”, ist jedoch im Prinzip ein Staubsauger und wird an die Tunnel-Maschine im nächsten Bild angeschlossen, um den Abraum aus einer Tiefe von ca. 25 m nach oben zu befördern. Dort lässt sich für gewöhnlich der begehrte Opal finden.

Sehr heiß ist es am Nachmittag vor der serbischen Kirche, die mit Tunnel-Maschinen aufwendig im Fels angelegt ist.

Log vom 20.12.19: Vier Tage Uluru/Kata Tjuta sind einmalig, der Kontakt zu den Aboriginal und ihrer Kunst eine besondere Erfahrung. Hab am Dorfplatz in Yulara auf einer Feuerstelle im Park davor gekocht, das Essen mit einer indigenen Malerin geteilt, die jeden Tag mit ihrer Schwester und Mutter auf dem Rasen sitzend Bilder malt, mit ihr unterhalten und mit den Kindern gespielt; klasse Leute. Sie bieten später 50 $ an, um auf dem Campingplatz zu übernachten, als ich erzählte, dass 44 $ überzogen erscheint. Bring’s jedoch trotz Dankbarkeit nicht fertig, das Geld anzunehmen.
Die Sache dass man auf den Uluru nicht hoch darf ist schon völlig in Ordnung, d’rum’rum zu wandern ist eh viel schöner, bin extra langsam gegangen mit zahlreichen Pausen, um die zahlreichen indigenen Legenden zu lesen, bin fünf Stunden auf dem 10 km langen Base Walk unterwegs.

Alice Springs macht Laune, es gibt eine belebte Kulturszene; an ersten Samstag hier gibt es Livemusik im begründen Innenhof des Gefängnis Museums und am Sonntag tragen im Park der Telegrafenstation Kinder und junge Leute auf Streichinstrumenten Weihnachtslieder vor, bei über 40 Grad eine ungewöhnliches Erlebnis. Danach gibt es afrikanische Live Musik in einem Club, sehr tanzbar. Geh mit Sam und Fiarrah auf MTB-Tour, die nahere Umgebung bietet eine einzigartige Kulisse mit mondähnlichen Felsformationen, auf einigen 100 km Singletrails kann man das Umland erkunden.

Werde morgen bei ca. 45° Tageshöchstwerten und Etappen ganz sicher unter 100 km weiterfahren, Weihnachten eine Kerze auf dem Stuart Highway anzünden, Sylvester wohl in Coober Pedy feiern und dort nach Opal in der Unterwelt Ausschau halten.

Wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest, kommt gut ins neue Jahr.

Mit allerbesten Grüßen,

Mark

Sonnenuntergang Uluru

Mittag im Outback

An Kata Tjuta

Im Park von Yulara mit Aboriginal Künstlerinnen

100 km Mitfahrgelegenheit von Tennant Creek bis Devil Marbles. Chris fährt 30 Jahre Schwertransporter.

Log vom 2.12.19: “Körperlich anstrengende Tätigkeiten sollten in die- oder Abendstunden verlegt werden”.

Dieser Rat trifft offensichtlich ganz besonders für’s australische Outback zu. Viele Radfahrer zuvor sind hier ausschließlich in der Nacht unterwegs. Nach fünf Tagen ab Darwin wird mir am 1. Ruhetag bewusst, wie mitgenommen der Körper ist, fühle mich schlapp. Nach der Pause geht’s wieder besser, die folgenden zwei Etappen mit 148 und 105 km sind offensichtlich dann doch zu viel. Bei Temperaturen um 45 Grad steigt die Körpertemperatur auf 38.4 an. Herausforderung Outback. Es gibt kaum Rastmöglichkeiten unterwegs, die lichten Bäume am Stassenrand bieten kaum Schatten und der Solarstrom ist nicht ausreichend, um autark unterwegs zu sein, da es morgens und am Nachmittag oft bewölkt ist. Die einzigen Zivilisationsanker mit Strom aus der Steckdose sind Campingplätze oder die sogenannten Roadhouses, daher ergeben sich relativ lange Tagesetappen.

Treffe Sam und Fiarrah auf dem Campingplatz in Elliott, zwei junge Künstler aus Brisbane. Wir haben eine gute Zeit, die Erholung schreitet voran und sie bieten nach zwei Tagen an, mich bis ins 250 km entfernte Tennant Creek mitzunehmen. Richtung Süden fallen die Temperaturen, werde noch einmal nach einer Mitfahrgelegenheit schauen und dann wieder aus Rad steigen, vermeintlich in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag und hoffentlich bei nicht gar so langen Tagesetappen und etwas geringeren Temperaturen.

Mit allerbesten Grüßen,

Mark

Stewart Highway, vielleicht alle 10 – 15 Minuten ein Fahrzeug.

Rastplatz, hier mal mit Wasser und Schatten 😊

Bizarre Objekte ca. 100 m abseits der Straße.

Log vom 19.11.19:

Morgen geht’s los.

Die Anreise nach Darwin verläuft problemlos, Mitnahme von Ausrüstung, Anhänger und Rad im Flugzeug ist bestens, lediglich 120 € kostet das Übergepäck per Voranmeldung bei Airnorth. Bei der Einreise wird nur der Fahrradkarton geöffnet, das aufwendige Putzen scheint offensichtlich gut anzukommen. Kurzer und sympathischer Kommentar vom Beamten: “Well done”. Selbst der vorgezeigte Holzlöffel von Bali darf einreißen.

Die Batterien sind am Montag per Containerschiff angekommen. Jason von ANL, Australian National Line, hat sie letztendlich dem Captain in die Hand gedrückt, als persönliche Gegenstände, ohne Zollabwicklung. Auch ein neuer Motor, Bremsen und Federsattelstütze sind angekommen und verbaut.

Die Route war bisher noch offen, werde jetzt Richtung Adelaide über Alice Springs und Uluru fahren. Wird anstrengend werden, 3000 km auf dem Stuart Highway. Hab mich letztendlich doch für die Herausforderung durch’s Zentrum entschieden, die Ostküste scheint zu dicht bewohnt zu sein mit viel Verkehr. Zwischen 32 und 35 Grad sind es am frühen Nachmittag, werde wohl 5 Stunden am Vormittag fahren und dann noch einmal ab 17 Uhr. Der Monsun hat noch nicht richtig begonnen, zum Süden hin ist er für gewöhnlich nicht so intensiv wie hier.

Freue mich nach der langen Pause sehr auf’s Radfahren.

Mit allerbesten Grüßen,

Mark

Log vom 10.11.19: Hab für den 12.11.19 einen Flug von Dili nach Darwin gebucht. Das nächste Containerschiff fährt am 14.11, hier besteht die Chance die Batterien mitzugeben. Die andere Option, direkt mit dem Containerschiff mitzufahren,  ist noch offen mit geringer Change, es gibt keine Rückmeldung vom Schiffseigentümer. Ansonsten halten zwei Backpacker auf dem Weg nach Down Under Ausschau nach einem Segelschiff, sie würden die Batterien mitnehmen. Alles bestens, freu mich auf Australien.

Mit allerbesten Grüßen aus Dili,

Mark

Log vom 31.10.19: Es lebt sich gut in Osttimor. Lerne viele Menschen kennen, bin meistens entspannt aktiv. Das umfangreiche Wienern der Ausrüstung für Australien ist abgeschlossen. Eine Woche geht es auf die Dili 30 km vorgelagerte Insel Atauro. Eine 2-Tageswanderung auf den höchsten Berg ist anspruchsvoll, der Tauchgang von einer Stunde war im Grunde ein Reinfall, traumhaftes Korallenriff jedoch kaum Fische zu sehen. Die Wassertemperatur von 25° auf 18 Meter Tiefe war offensichtlich recht kühl, hab an Land über eine Stunde im heißen Sand in der prallen Sonne gelegen um wieder aufzutauen. War schon recht merkwürdig, als der ”Buddy” vom Tauch-Center kurz vor dem Ende permanent seine Hände zur Faust ballt zum Aufwärmen. Zurück in Dili geht es mit dem Rad und leichtem Gepäck ohne Anhänger ans östlichste Ende von Timor-Leste, zur von weißen Sandstränden umsäumte Insel Jako. Blöderweise fällt nach 4 Tagen, nur  60 km vor Ankunft der Motor aus, das Rad hinten an den Bus gehängt geht’s am nächsten Morgen in nur 6 Stunden zurück in die Hauptstadt. Nach Ruecksprache ist offensichtlich die Platine ausgefallen, GoSwissdrive schickt dankenswerterweise noch einmal einen Motor zu, der zwischenzeitlich in Darwin angekommen ist. Kurzfristig lädt Fernando vom Hostel ein, um bei der Organisation und Vorbereitung des ersten Neumond-Festivals auf der von ihm und einem Freund gegruendeten Permakultur-Farm auf Atauro zu helfen. Die Veranstaltung ist ein voller Erfolg, ca. 60 Leute reisen 2 Tage später mit drei Booten an, viele Zugewanderte die in Dili wohnen und arbeiten. Das nahe Fischerdorf ist mit eingebunden, Frauen kochen traditionell draußen auf dem Holzfeuer und Männer führen einen indigenen Krieger-Tanz zur Begrüßung auf, am Nachmittag gibt es zahlreiche Programmpunkte mit Paddeln, Schnorcheln und Tauziehen, Ausländer gegen Dorfbewohner; und am Abend bis spät in die Nacht Livemusik. Am nächsten Tag  gibt es mehrere Stimmen die mit einem Lächeln behaupten, dass ich bei der Bemessung des Alkohols beim Mixen der Cocktails etwas spendabler hätte sein können. Ungerecht ist die Welt😊 Um nach Darwin zu kommen gibt es zur Zeit drei Optionen. Das nächste Containerschiff fährt am 12.11. von hier, der Reeder hat beim Schiffseigentümer angefragt, ob die Möglichkeit besteht auf dem Schiff mitzufahren. Ein Segelboot nach Australien ist bisher noch nicht aufgetaucht, der hilfsbereite Hafenmeister Fernando Freitas sagt Bescheid, sobald sich etwas ergibt. Ansonsten hat Jason von einer anderen Fracht-Agentur Hilfe angeboten, er kann den Captain des Kontainerschiffs bitten, nur die Batterien mitzunehmen; bzw. ist von einer weiteren Agentur in Klärung, ob doch die Batterie-Mitnahme im Passagierflugzeug denkbar ist. Bin insgesamt guten Mutes. Der Tag startet in der Regel zwischen 4 und 4:30 Uhr mit einer Stunde Vipassana-Meditation, anschließend anderthalb Stunden Yoga, Qi Gong ruht erstmal. Da ich auf der ganzen Tour morgens an sich noch nicht wirklich hungrig bin, wird mit Bruch gegen 14 Uhr gestartet und dann noch einmal am frühen Abend. Es nennt sich 16/8 Fasten und soll angeblich die Zellheilung aktivieren. Jetzt ist auch schlüssig, warum buddhistische Mönche sagen, mit nur zwei Mahlzeiten am Tag die Lebenszeit verlängern zu können. Das Ganze ist offensichtlich kein Humbug, der wissenschaftliche Nachweis erfolgte vor kurzem durch einen Medizin-Nobelpreis: http://margitfensl.at/autophagie-und-intermittierendes-fasten-2/   Wuensche Euch einen nicht zu trueben November Mit allerbesten Grüßen, Mark

Log vom 18.9.19: Mit einem sympathischen Lächeln überreicht der Kurierfahrer das Paket mit dem neuen Motor. 9 Tage hängt die Lieferung im Zoll, die Beamten trauen dem angegebenen, realen Warenwert nicht; trotz der beiliegenden Rechnung. Nach einigen E-Mails hin und her wird die Lieferung letztendlich freigegeben, zu ihren Bedingungen. Zweiter Sieger. Manchmal verliert man und manchmal gewinnen andere😊 Jetzt ist es 10 Uhr, am nächsten Tag läuft das Visum für Indonesien aus. Der Plan: Motor einbauen, Sachen packen und um 19 Uhr per Nachtbus 300 km bis Atambua. Alles läuft reibungslos, nach den letzten 30 km per Rad ist die Grenze am nächsten Tag um 15 Uhr erreicht. Der Beamte stempelt ein kaum lesbares Bild in den Pass; die offizielle Aufenthaltsgenehmigung für 3 Monate, Schengen-Staaten sind von der Visumspflicht befreit. Eine Kuriosität am Rande, alle vier Radtaschen werden im Gebäude durchleuchtet, die große Gepäcktasche im Anhänger bleibt jedoch draußen wo sie ist. Niemand fordert zu meiner Verwunderung und auch Freude auf, auch diese reinzutragen.

Die Menschen in Timor-Leste sind großartig, gleich am ersten Tag gibt es eine Übernachtungseinladung, kann das Zelt im Vorgarten aufbauen. Drei Radtage sind es bis Dili, entlang der Küste mit wenig Verkehr und hin und wieder klasse Panorama-Aussichten auf’s Meer. Timor-Leste hat eine bewegte Vergangenheit, bis 1974 portugiesische Kolonie, dann versucht Indonesien 24 Jahre lang das Land gewaltsam zu übernehmen, erst vor 20 Jahren kehrt Friede und die Unabhängigkeit ein. Die Menschen haben ihrem Nachbarn vergeben; ein Weg, um nicht weiter unter dem Genozid zu leiden. Ganz anders als in Armenien, ein erstaunlicher Unterschied im Umgang mit schlechten Erlebnissen. Die Hauptstadt Dili macht Laune, vorgelagert ist die Koralleninsel Atauro, die zum Tauchen und Schnorcheln einlädt. Segelboote Richtung Darwin gibt es derzeit keine, erst Anfang November ist wieder Saison und es besteht eine geringe Aussicht, mitgenommen zu werden. Parallel werd ich schauen, ob jemand sein Auto, Camper oder Motorrad demnächst von hier verschifft und noch Platz im Container hat. Bin jedoch ganz und gar nicht traurig, noch etwas hier zu bleiben um das Land zu erkunden; wieder mal Natur, Kultur und Lebensweise kennen zu lernen. Mit allerbesten Grüßen, Mark   Auf dem Weg nach Dili.   Der größte Fan. Die gute Frau vorn Dorflanden hat noch nie zuvor etwas von Linkin Park gehört, ist nach dem gezeigten Video jedoch begeistert von der Band.   Sozialer Treffpunkt in der Stadt, Gembel Art Commuity in Dili. Strassenkindern wird malen beigebracht.   Xizir, einer der Maler und Gitarristen der Gemeinschaft.   Fisches Obst und Gemüse den ganzen Tag, Dili Markt.   Kurzentschlossen mit dem Minibus nach Dare, ein Bergdorf 10 km von Dili auf 700 m gelegen zur Gedenkveranstaltung ans Referendum vor 20 Jahren mit Livemusik; bergab geht’s danach zurück per Rad.

Geplante Route: Ca. 100.000 km über 5 Kontinente, Zeitlimit: Open End Route3 Kartenquelle: Westermann Verlag, Braunschweig http://www.westermanngruppe.de

Statistik

Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,0 km/h

Plattfüße:

1. Hauchdünner Draht, Hinterreifen, 31.8.16 2. Durchstich Dorne, Anhänger, 6.10.16 3. Zwei Einstiche im Schlauch, nichts gefunden im Reifen, Hi. 2.11.16 4. Kleines Loch im Schlauch, nichts gefunden im Reifen, Vo. 5.1.17 5. Hauchdünner Draht, Hinterreifen, 8.3.17 6. Dünner Dahtstift 10 mm, Hinterreifen, 21.08.17 7. Hauchdünner Draht, Hinterreifen, 4.9.17 8. Hinterreifen, 23.2.18 9. Dicker Nagel, Hinterreifen, 23.5.18 10. Kleines Loch im Schlauch, nichts gefunden im Reifen, Hi. 11.6.18 11. Platten Hi, 5.7.18 12. Hauchdünner Draht, Vo, 8.7.18 (Zu Beginn: Offener Gaadi Schlauch durchgescheuert, Hinterrad)

Defekte:

1. Ausfall von drei 2 A Ladegeräten: Netzschwankungen können zum Ausfall geführt haben. Go SwissDrive schickt unverzüglich kostenlosen Ersatz. 2. Federsattelstütze Airwings: Kunststoff-Verschlusskappe der Linearführung läßt sich nicht mehr festziehen. Fa. Airwings repariert und wartet kostenlos. Das Kunstoffteil wurde in der Serie mittlerweile auf Alu umgestellt. 27.12.16 3. Hinterreifen getauscht nach 14.000 km. Bei km 9.000 riss die äußere Schicht der Seitenwand im Übergangsbereich zur Felge auf ca. 1 cm ein und weitete sich dann auf ca. 8 cm aus. Habe den Bereich zum Schluss per Hand genäht, was jedoch zum Schlauchdefekt durch den Zwirnfaden führte. Der Defekt kann bei zu geringem Luftdruck mit hoher Beladung auftreten. Montiere den Ersatz-Faltreifen. Schwalbe unterstützt auch weiterhin die Tour, zwei neue Reifen bringen Hergen und Markus nach Sri Lanka mit. Ab jetzt sind zwei Reservereifen (Falt und Draht) an Bord. 4. Lagerdefekt Freilauf: Defekt kann auftreten, wenn die Achsmuttern zu fest angezogen werden. Go SwissDrive schickt unverzüglich kostenlosen Ersatz. 5. Teilausfall Tasten Nahbedienteil: Go SwissDrive schickt unverzüglich kostenlosen Ersatz. 6. Kugelgelenk von Panel-Verstellung im Übergang von Kugel zum Gewinde abgebrochen. “Wer nicht schmiert, bricht gut ab”. 20.5.17 7.  Km 17.561: Drehmomentsensor E-Motor liefert ungenaue Werte. Go SwissDrive schickt unverzüglich kostenlosen Ersatz.